In Zeiten steigender Energiepreise und wachsendem Umweltbewusstsein rücken Wärmepumpen als nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen immer stärker in den Fokus. Sie nutzen erneuerbare Energiequellen aus der Umwelt und wandeln diese mit Hilfe von elektrischer Energie in Heizwärme um. Dabei haben sich die Luft-Wasser-Wärmepumpe und die Sole-Wasser-Wärmepumpe etabliert. Beide Systeme haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die je nach individueller Situation unterschiedlich stark ins Gewicht fallen. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Technologien ist komplex und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören das verfügbare Budget, die Grösse und Beschaffenheit des Grundstücks, klimatische Bedingungen am Standort, kantonale Vorschriften sowie die persönlichen Prioritäten hinsichtlich Effizienz und Betriebskosten. Dieser umfassende Vergleich soll Ihnen helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die optimal zu Ihrer Situation passt und langfristig sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll ist.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, auch Luftwärmepumpe genannt, gewinnt ihre Energie aus der Umgebungsluft. Dabei saugt ein Ventilator Aussenluft an und führt sie über einen Verdampfer, in dem ein Kältemittel zirkuliert. Dieses Kältemittel hat einen sehr niedrigen Siedepunkt und verdampft bereits bei niedrigen Temperaturen. Die aufgenommene Wärme wird dann durch einen Kompressor auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und an das Heizsystem des Gebäudes abgegeben. Dieser Prozess funktioniert selbst bei Minusgraden, wobei die Effizienz mit sinkenden Aussentemperaturen abnimmt. Der technische Aufbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe umfasst im Wesentlichen die Ausseneinheit mit Ventilator und Verdampfer, die Inneneinheit mit Kompressor und Verflüssiger sowie die Steuerungselektronik. Moderne Geräte sind mit intelligenten Regelungen ausgestattet, die den Betrieb optimal an die jeweiligen Bedingungen anpassen. Die Installation ist vergleichsweise unkompliziert, da keine aufwändigen Erdarbeiten erforderlich sind. Die Ausseneinheit wird entweder an der Hauswand montiert oder als Stand-Gerät im Garten aufgestellt, während die Inneneinheit meist im Heizungsraum ihren Platz findet.

Typische Einsatzbereiche für Luft-Wasser-Wärmepumpen sind vor allem Sanierungsprojekte, bei denen nachträglich von einem fossilen Heizsystem auf eine umweltfreundlichere Lösung umgestiegen werden soll. Auch bei kleineren Grundstücken, wo keine Möglichkeit für Erdarbeiten besteht, oder in Gebieten mit Einschränkungen für Erdsondenbohrungen sind sie oft die erste Wahl. Zudem eignen sie sich besonders gut für Gebäude mit niedriger Vorlauftemperatur, wie sie bei Fussbodenheizungen üblich ist.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt, nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärme als Energiequelle. Der grosse Vorteil liegt darin, dass die Temperatur im Erdreich bereits ab wenigen Metern Tiefe das ganze Jahr über relativ konstant bei etwa acht bis zwölf Grad Celsius liegt. Diese Stabilität macht das System unabhängig von den Aussentemperaturen und ermöglicht eine gleichbleibend hohe Effizienz über das gesamte Jahr. Es gibt zwei grundlegende Varianten zur Erschliessung der Erdwärme: Erdkollektoren und Erdsonden. Erdkollektoren bestehen aus einem Rohrsystem, das horizontal in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern verlegt wird. In diesen Rohren zirkuliert eine Sole-Flüssigkeit, meist ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, die die Erdwärme aufnimmt. Diese Variante benötigt eine relativ grosse Grundstücksfläche, da die Kollektoren etwa das Eineinhalbfache der zu beheizenden Wohnfläche einnehmen. Erdsonden hingegen werden vertikal in Tiefen von 100 bis 300 Metern ins Erdreich gebohrt. Sie benötigen nur wenig Platz an der Oberfläche, sind aber in der Installation aufwändiger und teurer. Der technische Aufbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe ähnelt grundsätzlich dem der Luft-Wasser-Variante, mit dem Unterschied, dass die Wärme nicht aus der Luft, sondern aus dem Erdreich über die Sole-Flüssigkeit gewonnen wird. Die Wärmepumpe selbst steht komplett im Gebäudeinneren, was Lärmemissionen nach aussen praktisch eliminiert. Das System besteht aus dem Solekreislauf, der die Wärme aus dem Erdreich aufnimmt, dem eigentlichen Wärmepumpenaggregat mit Verdichter und Wärmetauscher sowie dem Heizkreislauf, der die Wärme an das Gebäude abgibt.

Effizienz und Leistung

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt, die das Verhältnis von abgegebener Heizenergie zu eingesetzter elektrischer Energie über ein ganzes Jahr darstellt. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Systemen. Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen typischerweise Jahresarbeitszahlen zwischen 4,0 und 5,0, in optimal ausgelegten Anlagen sogar darüber. Das bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom vier bis fünf Kilowattstunden Wärme erzeugt werden können. Luft-Wasser-Wärmepumpen hingegen bewegen sich in der Regel bei Jahresarbeitszahlen zwischen 3,0 und 4,0. Der Grund für diese niedrigeren Werte liegt in der Abhängigkeit von den Aussentemperaturen. Während die Erdwärmepumpe das ganze Jahr über mit einer nahezu konstanten Quelltemperatur arbeitet, muss die Luft-Wasser-Wärmepumpe gerade dann, wenn der Heizbedarf am höchsten ist die grössten Temperaturunterschiede überwinden. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter sinkt die Effizienz merklich, und der Stromverbrauch steigt entsprechend an. Besonders in den Schweizer Bergregionen, wo Temperaturen im Winter regelmässig deutlich unter null Grad fallen, macht sich dieser Unterschied bemerkbar. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann hier an ihre Grenzen stossen und benötigt eventuell eine zusätzliche Heizquelle für besonders kalte Tage. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe bleibt hingegen auch bei extremer Kälte leistungsstark, da die Erdtemperatur in der Tiefe davon unbeeinflusst bleibt. Dies macht sie besonders für Standorte mit langen, kalten Wintern zur ersten Wahl. Die Langzeitstabilität der Effizienz ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Sole-Wasser-Wärmepumpen behalten ihre hohe Effizienz über Jahrzehnte bei, sofern die Erdsonden korrekt dimensioniert wurden. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kann es im Laufe der Jahre zu einem leichten Effizienzverlust kommen, insbesondere wenn die Ausseneinheit durch Witterungseinflüsse beeinträchtigt wird oder wenn die Ventilatoren und Wärmetauscher nicht regelmässig gewartet werden.

Anschaffungs- und Installationskosten

Die Kosten für eine Wärmepumpe setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, und hier unterscheiden sich die beiden Systeme erheblich. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Anschaffung deutlich günstiger. Die reinen Gerätekosten liegen in der Schweiz typischerweise zwischen 15’000 und 25’000 Franken, abhängig von der Leistungsgrösse und dem Hersteller. Die Installation ist vergleichsweise simpel und kann oft innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten für eine komplette Anlage inklusive Installation bewegen sich meist zwischen 25’000 und 35’000 Franken.

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen sieht die Kostensituation ganz anders aus. Die Wärmepumpe selbst kostet ähnlich viel wie bei der Luft-Variante, aber die Erschliessungskosten schlagen massiv zu Buche. Für eine Erdsonden-Bohrung müssen Sie in der Schweiz mit Kosten zwischen 80 und 120 Franken pro Meter rechnen. Bei einer typischen Bohrtiefe von 150 bis 250 Metern ergeben sich allein für die Erdarbeiten Kosten von 15’000 bis 30’000 Franken. Hinzu kommen eventuell Kosten für geologische Vorabklärungen, Bewilligungsverfahren und die Verfüllung der Bohrlöcher. Erdkollektoren sind etwas günstiger, benötigen aber mehr Platz und umfangreiche Erdaushubarbeiten. Insgesamt müssen Sie für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Gesamtkosten zwischen 40’000 und 60’000 Franken rechnen, in manchen Fällen auch mehr.

Das Genehmigungsverfahren stellt einen weiteren wichtigen Unterschied dar. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in den meisten Schweizer Kantonen bewilligungsfrei oder unterliegen lediglich einer Meldepflicht. Sie müssen allerdings die Lärmschutzverordnung einhalten, was bei der Platzierung der Ausseneinheit zu beachten ist. Sole-Wasser-Wärmepumpen hingegen sind immer bewilligungspflichtig. Sie müssen vor Beginn der Arbeiten einen Antrag bei der kantonalen Behörde stellen, der je nach Kanton unterschiedliche Anforderungen erfüllen muss. In Gewässerschutzzonen gelten besonders strenge Auflagen, und in bestimmten Gebieten sind Erdsondenbohrungen ganz verboten. Das Bewilligungsverfahren kann mehrere Wochen bis Monate dauern und verzögert entsprechend den Projektstart.

Betriebskosten

Die laufenden Betriebskosten sind ein entscheidender Faktor für die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe. Die teurere Sole-Wasser-Wärmepumpe zeigt im Betrieb ihre Stärken. Durch die höhere Jahresarbeitszahl benötigt sie deutlich weniger Strom für die gleiche Heizleistung. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern Wohnfläche und gutem Dämmstandard können Sie bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit jährlichen Stromkosten von etwa 800 bis 1’200 Franken rechnen, wobei dies natürlich stark vom individuellen Heizverhalten und den örtlichen Stromtarifen abhängt.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verbraucht für das gleiche Gebäude etwa 20 bis 40 Prozent mehr Strom, was sich in jährlichen Kosten von 1’100 bis 1’600 Franken niederschlägt. Dieser Unterschied mag auf den ersten Blick nicht dramatisch erscheinen, summiert sich aber über die Lebensdauer der Anlage von 15 bis 20 Jahren auf einen beträchtlichen Betrag. Zudem profitieren Wärmepumpen-Besitzer in der Schweiz häufig von vergünstigten Stromtarifen für Wärmepumpen, die besonders während der Niedertarifzeiten günstig sind. Hier lohnt es sich, die Angebote der lokalen Energieversorger genau zu vergleichen.

Die Wartungs- und Instandhaltungskosten fallen bei beiden Systemen relativ moderat aus, wobei es auch hier Unterschiede gibt. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen eine regelmässige Wartung der Ausseneinheit, bei der die Lamellen des Verdampfers gereinigt, die Ventilatoren überprüft und das Kältemittel kontrolliert werden. Diese Wartung sollte jährlich durchgeführt werden und kostet etwa 200 bis 300 Franken. Die Ausseneinheit ist zudem Witterungseinflüssen ausgesetzt, was zu einem höheren Verschleiss führen kann. Sole-Wasser-Wärmepumpen sind wartungsärmer, da alle Komponenten im Gebäudeinneren geschützt sind. Eine Wartung alle zwei Jahre ist meist ausreichend und kostet ähnlich viel. Allerdings sollte der Solekreislauf regelmässig auf Dichtheit überprüft werden.

Platzbedarf und bauliche Voraussetzungen

Der Platzbedarf ist ein oft unterschätzter Faktor bei der Wahl einer Wärmepumpe. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen relativ wenig Platz. Die Ausseneinheit hat etwa die Grösse einer grossen Waschmaschine und kann entweder an der Hauswand montiert oder frei im Garten aufgestellt werden. Wichtig ist dabei ein Mindestabstand zur Grundstücksgrenze, der je nach Kanton variiert, aber typischerweise bei drei Metern liegt. Dies dient dem Lärmschutz für die Nachbarschaft. Die Inneneinheit ist kompakt und findet problemlos im Heizungsraum Platz.

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren ist der Platzbedarf um einiges grösser. Die Kollektoren nehmen eine Fläche ein, die etwa das Eineinhalbfache der zu beheizenden Wohnfläche entspricht. Für ein 150-Quadratmeter-Haus benötigen Sie also rund 225 Quadratmeter unbebaute Grundstücksfläche. Zudem darf dieser Bereich nicht überbaut, versiegelt oder tiefgründig bepflanzt werden, da sonst die Wärmeaufnahme aus dem Erdreich beeinträchtigt wird. Erdsonden hingegen benötigen nur sehr wenig Platz an der Oberfläche. Lediglich der Zugang für das Bohrgerät und später ein kleiner Schacht für die Rohrleitungen sind erforderlich. Dies macht sie ideal für kleinere Grundstücke, wo Erdkollektoren nicht in Frage kommen.

Die Bodenbeschaffenheit spielt bei Sole-Wasser-Wärmepumpen eine wichtige Rolle. Für Erdkollektoren ist ein feuchter, lehmiger Boden ideal, da er die Wärme gut leitet. Trockene, sandige Böden sind weniger geeignet. Bei Erdsonden hängt die Effizienz von der Gesteinsschicht ab. Felsgestein mit guter Wärmeleitfähigkeit ist optimal, während wasserführende Schichten besonders ergiebig sind. Vor der Bohrung sollte daher immer eine geologische Voruntersuchung durchgeführt werden, um die optimale Bohrtiefe und Anzahl der Sonden zu bestimmen.

Ein kritischer Punkt bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die Lärmemissionen. Die Ausseneinheit erzeugt durch den Ventilator und den Kompressor Geräusche, die je nach Modell zwischen 35 und 55 Dezibel liegen. Moderne, hochwertige Geräte sind zwar deutlich leiser als ältere Modelle, aber gerade nachts, wenn die Grundgeräusche niedrig sind, können sie als störend empfunden werden. Die Schweizer Lärmschutzverordnung schreibt daher Grenzwerte vor, die eingehalten werden müssen. Besonders bei dicht bebauten Grundstücken oder in Wohngebieten mit engen Nachbarschaftsverhältnissen sollte die Lärmfrage sorgfältig geprüft werden. Eine geschickte Platzierung der Ausseneinheit, eventuell mit Schallschutzmassnahmen wie Schallschutzwänden oder -hauben, kann hier Abhilfe schaffen. Sole-Wasser-Wärmepumpen haben dieses Problem nicht, da sie vollständig im Gebäudeinneren arbeiten und nach aussen praktisch lautlos sind.

Umweltaspekte

Aus ökologischer Sicht schneiden beide Wärmepumpen-Typen deutlich besser ab als fossile Heizsysteme. Die CO₂-Bilanz hängt massgeblich vom verwendeten Strommix ab. Die Schweiz hat hier einen grossen Vorteil, da der Strommix zu etwa 75 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht. Dadurch ist die Klimabilanz von Wärmepumpen besonders gut. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4,0 verursacht etwa 80 bis 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen als eine Öl- oder Gasheizung. Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage installiert, kann den Eigenverbrauch erhöhen und die Klimabilanz weiter verbessern.

Der direkte Eingriff in die Natur unterscheidet die beiden Systeme deutlich. Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen keine Erdarbeiten und greifen somit nicht in den Boden ein. Ihr Einfluss auf die Umwelt beschränkt sich auf die Lärmemissionen und den Stromverbrauch. Sole-Wasser-Wärmepumpen hingegen erfordern entweder grossflächige Erdarbeiten für Kollektoren oder Tiefenbohrungen für Erdsonden. Beides stellt einen Eingriff in das Erdreich dar. Besonders bei Erdsonden muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Grundwasserstockwerke miteinander verbunden werden und keine Verunreinigungen ins Grundwasser gelangen. Die Schweizer Gewässerschutzgesetzgebung stellt daher hohe Anforderungen an die Ausführung solcher Bohrungen.

In Gewässerschutzzonen gelten besonders strenge Regelungen. In der Zone S1 (Fassungsbereich) sind Erdsondenbohrungen grundsätzlich verboten. In der Zone S2 (engere Schutzzone) und teilweise auch in der Zone S3 (weitere Schutzzone) sind sie nur unter strengen Auflagen oder gar nicht erlaubt. Hier bleibt oft nur die Luft-Wasser-Wärmepumpe als Option. Die genauen Regelungen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, weshalb eine frühzeitige Abklärung mit der zuständigen Behörde unerlässlich ist.

Die langfristige Nachhaltigkeit beider Systeme ist grundsätzlich gegeben. Wärmepumpen haben eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren, teilweise auch länger. Die verwendeten Materialien sind grösstenteils recyclebar. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen ist zu beachten, dass die Sole-Flüssigkeit umweltfreundlich sein muss. Früher wurde oft Glykol verwendet, heute kommen zunehmend ökologischere Alternativen zum Einsatz. Bei der Stilllegung einer Erdsonde müssen diese fachgerecht verfüllt werden, um keine Umweltschäden zu hinterlassen.

Bewilligungen und Vorschriften

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Wärmepumpen sind in der Schweiz komplex und unterscheiden sich teilweise enorm zwischen den Kantonen. Während die Grundprinzipien durch Bundesgesetze wie das Gewässerschutzgesetz und die Lärmschutzverordnung vorgegeben sind, liegt die konkrete Umsetzung in kantonaler Kompetenz. Dies führt dazu, dass dieselbe Wärmepumpe in einem Kanton problemlos bewilligt wird, während sie im Nachbarkanton zusätzliche Auflagen erfüllen muss.

Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist das Bewilligungsverfahren meist unkompliziert. In vielen Kantonen sind sie bewilligungsfrei, solange sie die Lärmgrenzwerte einhalten. Dennoch empfiehlt sich eine Meldung bei der Gemeinde, um spätere Konflikte zu vermeiden. Die Lärmschutzverordnung schreibt vor, dass an der Grundstücksgrenze tagsüber maximal 60 Dezibel und nachts maximal 45 Dezibel erreicht werden dürfen. In besonders lärmempfindlichen Gebieten können diese Werte noch strenger sein. Vor der Installation sollten Sie daher die zu erwartenden Lärmemissionen berechnen lassen und eventuell eine Standortabklärung durch einen Akustiker durchführen lassen.

Sole-Wasser-Wärmepumpen unterliegen einem formellen Bewilligungsverfahren. Der Antrag muss detaillierte Unterlagen enthalten, darunter einen genauen Plan der geplanten Bohrung oder der Erdkollektoren, Angaben zur Geologie des Standorts, Nachweise über die Qualifikation der ausführenden Firma sowie einen Grundwasserschutznachweis. Die kantonalen Ämter für Umwelt oder Energie prüfen den Antrag und erteilen bei positiver Beurteilung eine Bewilligung. In Gewässerschutzzonen wird zusätzlich das Amt für Gewässerschutz einbezogen. Die Bearbeitungszeit kann je nach Kanton und Komplexität des Projekts zwischen vier Wochen und mehreren Monaten liegen.

Die Meldepflicht für Luft-Wasser-Wärmepumpen umfasst meist nur grundlegende Angaben wie Standort, Leistung und Aufstellort der Ausseneinheit. In einigen Gemeinden müssen Sie zusätzlich einen Nachweis erbringen, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Dies kann durch eine Berechnung oder eine Messung nach der Installation erfolgen. Verstösse gegen die Lärmschutzvorschriften können zu Nachbesserungspflichten oder im Extremfall sogar zur Stilllegung der Anlage führen.

Energetische Standards

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich, kurz MuKEn, bilden die Grundlage für die kantonalen Energiegesetze. Die MuKEn 2014, die von den meisten Kantonen bis 2025 umgesetzt wurden, stellen hohe Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden. Beim Ersatz fossiler Heizsysteme wird in vielen Kantonen vorgeschrieben, dass mindestens ein Teil der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Wärmepumpen erfüllen diese Anforderung problemlos und werden daher von vielen Kantonen aktiv gefördert.

Die Minergie-Standards gehen noch weiter und definieren verschiedene Effizienzklassen für Gebäude. Minergie-P und Minergie-A setzen besonders hohe Massstäbe und sind praktisch nur mit hocheffizienten Heizsystemen wie Wärmepumpen zu erreichen. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit ihrer hohen Jahresarbeitszahl ist hier oft die bevorzugte Wahl, aber auch moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen können in gut gedämmten Gebäuden die Minergie-Anforderungen erfüllen. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann zusätzlich zur Erfüllung der Eigenstromanforderungen beitragen.

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone, kurz GEAK, bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes auf einer Skala von A bis G. Wer einen GEAK Plus erstellen lässt, erhält zusätzlich konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Der Einbau einer Wärmepumpe kann die GEAK-Bewertung eines Gebäudes deutlich verbessern und damit auch den Marktwert steigern. In einigen Kantonen ist ein GEAK bei einem Heizungsersatz oder bei einem Verkauf mittlerweile Pflicht.

Vor- und Nachteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe punktet vor allem durch ihre niedrigen Anschaffungskosten. Mit einem Investitionsvolumen von 25’000 bis 35’000 Franken ist sie für viele Hausbesitzer finanziell deutlich zugänglicher als die Sole-Wasser-Alternative. Gerade bei Sanierungsprojekten, wo das Budget oft begrenzt ist, stellt dies einen entscheidenden Vorteil dar. Die Installation ist zudem schnell und unkompliziert. Innerhalb weniger Tage kann die komplette Anlage installiert und in Betrieb genommen werden, ohne dass aufwändige Erdarbeiten oder Bohrungen erforderlich sind.

Ein weiterer grosser Vorteil ist die weitgehende Bewilligungsfreiheit. In den meisten Fällen müssen Sie nur eine Meldung bei der Gemeinde machen und darauf achten, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Langwierige Bewilligungsverfahren entfallen, und es gibt keine Einschränkungen durch Gewässerschutzzonen. Dies macht die Luft-Wasser-Wärmepumpe besonders flexibel einsetzbar, auch in Gebieten, wo Erdsondenbohrungen nicht möglich sind.

Allerdings bringt die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch deutliche Nachteile mit sich. Die geringere Effizienz bei kalten Temperaturen ist der offensichtlichste. Gerade im Winter, wenn der Heizbedarf am höchsten ist, arbeitet die Wärmepumpe am ineffizientesten. Dies führt zu höheren Betriebskosten, die sich über die Jahre summieren. In Extremfällen, etwa bei längeren Kälteperioden mit Temperaturen unter minus 10 Grad, kann die Leistung der Wärmepumpe so stark abnehmen, dass ein zusätzlicher elektrischer Heizstab zugeschaltet werden muss, was die Betriebskosten weiter erhöht.

Die Lärmemissionen sind ein weiterer kritischer Punkt. Auch wenn moderne Geräte deutlich leiser sind als ihre Vorgänger, können sie in dicht bebauten Wohngebieten zu Konflikten mit Nachbarn führen. Der Ventilator der Ausseneinheit erzeugt ein konstantes Surren, das besonders nachts als störend empfunden werden kann. Zudem ist die Ausseneinheit Witterungseinflüssen ausgesetzt, was zu schnellerem Verschleiss führen kann. Eisbildung am Verdampfer in der Übergangszeit kann die Effizienz zusätzlich beeinträchtigen, auch wenn moderne Geräte über automatische Abtaufunktionen verfügen.

Vor- und Nachteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe überzeugt vor allem durch ihre herausragende Effizienz. Mit Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,0 ist sie deutlich sparsamer im Betrieb als die Luft-Variante. Diese hohe Effizienz bleibt das ganze Jahr über konstant, da die Erdtemperatur unabhängig von den Aussentemperaturen stabil bleibt. Selbst bei extremer Kälte arbeitet die Sole-Wasser-Wärmepumpe mit gleichbleibend hoher Leistung, was sie besonders für Bergregionen und Standorte mit harten Wintern prädestiniert.

Die niedrigen Betriebskosten machen sich über die Lebensdauer der Anlage deutlich bemerkbar. Auch wenn die Anschaffungskosten höher sind, amortisiert sich die Mehrausgabe durch die jährlichen Einsparungen beim Stromverbrauch. Über einen Zeitraum von 20 Jahren können Sie mehrere Tausend Franken sparen. Zudem sind Sole-Wasser-Wärmepumpen praktisch geräuschlos, da sie komplett im Gebäudeinneren arbeiten. Nachbarschaftskonflikte wegen Lärmbelästigung sind ausgeschlossen, und Sie müssen sich keine Gedanken über die Einhaltung von Lärmgrenzwerten machen.

Die Unabhängigkeit von Aussentemperaturen garantiert eine zuverlässige Wärmeversorgung auch in kältesten Wintern. Sie müssen sich keine Sorgen machen, ob Ihre Heizung bei Minus 15 Grad noch ausreichend Leistung bringt, und benötigen keine Zusatzheizung als Backup. Diese Zuverlässigkeit und Planbarkeit ist gerade in Bergregionen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Die Nachteile der Sole-Wasser-Wärmepumpe liegen vor allem in den hohen Anfangsinvestitionen. Mit Gesamtkosten von 40’000 bis 60’000 Franken ist sie eine grosse finanzielle Belastung, die nicht jeder Bauherr oder Hauseigentümer stemmen kann oder möchte. Auch wenn sich die Investition langfristig rechnet, muss das Kapital zunächst vorhanden oder finanziert werden können.

Die Bewilligungspflicht kann ebenfalls zum Hindernis werden. Das Verfahren ist zeitaufwändig und erfordert detaillierte Planungen und Nachweise. In manchen Fällen wird die Bewilligung auch versagt, etwa wenn sich das Grundstück in einer Gewässerschutzzone befindet oder geologische Risiken bestehen. Dies kann die gesamte Projektplanung über den Haufen werfen und zwingt zu Alternativlösungen.

Der Platzbedarf bei Erdkollektoren ist beträchtlich und nicht auf jedem Grundstück realisierbar. Erdsonden benötigen zwar weniger Fläche, dafür ist die Bohrung technisch anspruchsvoll und birgt gewisse Risiken. Bei unsachgemässer Ausführung können Grundwasserstockwerke beschädigt oder verbunden werden, was zu langfristigen Umweltschäden führen kann. Die Wahl eines qualifizierten und erfahrenen Bohrunternehmens ist daher absolut entscheidend.

Für Luft-Wasser-Wärmepumpe geeignet

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die richtige Wahl, wenn Ihr Budget begrenzt ist und Sie nicht 40’000 Franken oder mehr in ein Heizsystem investieren können oder wollen. Sie bietet einen guten Kompromiss zwischen Kosten und Umweltfreundlichkeit und ist allemal besser als das Festhalten an einer alten Öl- oder Gasheizung. Gerade bei Sanierungsprojekten, wo oft viele verschiedene Massnahmen gleichzeitig finanziert werden müssen, kann die niedrigere Investitionssumme den Ausschlag geben.

Wenn Sie ein kleines Grundstück haben oder wenn Ihr Grundstück bereits stark bebaut oder versiegelt ist, bleibt Ihnen oft keine andere Wahl als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Auch in dicht bebauten Stadtquartieren, wo kaum Platz für Erdarbeiten vorhanden ist, spielt sie ihre Stärken aus. Die einfache Installation ohne aufwändige Erdarbeiten macht sie besonders attraktiv für Situationen, wo schnell gehandelt werden muss, etwa wenn die alte Heizung ausgefallen ist und rasch Ersatz geschaffen werden muss.

In Gebieten mit Einschränkungen für Erdsondenbohrungen, insbesondere in Gewässerschutzzonen, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe oft die einzige umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. Hier bleibt keine Wahl, und es gilt, das Beste aus der Situation zu machen. Moderne Geräte mit hoher Effizienz und guter Lärmschutzausführung können auch unter diesen Bedingungen gute Dienste leisten.

In milderen Klimazonen, etwa im Mittelland oder in tieferen Lagen, wo die Wintertemperaturen selten unter minus 10 Grad fallen, arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe effizienter und die Nachteile gegenüber einer Sole-Wasser-Wärmepumpe fallen weniger stark ins Gewicht. Wenn Ihr Gebäude zudem sehr gut gedämmt ist und mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt, kann eine hochwertige Luft-Wasser-Wärmepumpe durchaus Jahresarbeitszahlen um 3,5 oder höher erreichen.

Für Sole-Wasser-Wärmepumpe geeignet

Wenn Sie über ein ausreichendes Investitionsbudget verfügen und bereit sind, initial mehr zu investieren, um langfristig zu sparen, ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlich bessere Wahl. Die höhere Effizienz führt zu niedrigeren Betriebskosten, die sich über die Lebensdauer der Anlage summieren. Zudem ist die Wertsteigerung Ihrer Immobilie durch ein hocheffizientes Heizsystem nicht zu unterschätzen.

Ein grosses Grundstück mit geeignetem Boden ist die ideale Voraussetzung für eine Erdwärmepumpe mit Kollektoren. Wenn Sie mehrere Hundert Quadratmeter Garten zur Verfügung haben, die nicht überbaut oder intensiv genutzt werden, können Sie diese Fläche optimal nutzen. Bei kleineren Grundstücken bieten sich Erdsonden an, sofern die geologischen Voraussetzungen stimmen und keine Einschränkungen durch Gewässerschutzzonen bestehen.

Für Neubauten, besonders wenn Sie von Anfang an nach Minergie-Standard oder einem anderen Effizienzlabel bauen wollen, ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe oft die erste Wahl. Sie fügt sich perfekt in ein Gesamtkonzept aus guter Dämmung, kontrollierter Lüftung und effizienter Haustechnik ein. Die Planung kann von vornherein auf die Wärmepumpe abgestimmt werden, was die Installation vereinfacht und die Effizienz maximiert.

Wenn langfristige Kostenoptimierung für Sie wichtig ist und Sie bereit sind, über einen Horizont von 20 oder mehr Jahren zu denken, zahlt sich die Sole-Wasser-Wärmepumpe aus. Die anfängliche Mehrausgabe wird durch die niedrigeren Betriebskosten kompensiert, und Sie profitieren von stabilen, kalkulierbaren Heizkosten, unabhängig davon, wie sich die Energiepreise entwickeln.

In Bergregionen mit langen, kalten Wintern und Temperaturen, die regelmässig unter minus 10 Grad fallen, ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe praktisch alternativlos, wenn Sie auf fossile Brennstoffe verzichten wollen. Hier zeigt sie ihre Stärken besonders deutlich und garantiert auch bei extremer Kälte eine zuverlässige Wärmeversorgung ohne Effizienzeinbussen.

Förderprogramme

Die finanzielle Förderung von Wärmepumpen ist in der Schweiz gut ausgebaut, allerdings mit gravierenden Unterschieden zwischen den Kantonen. Das nationale Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen bildet die Grundlage für die meisten Fördermassnahmen. Dabei übernimmt der Bund einen Teil der Kosten, während die Kantone diese Mittel aufstocken und eigene Programme auflegen.

Die Förderbeiträge variieren stark. In einigen Kantonen erhalten Sie für den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe Zuschüsse zwischen 3’000 und 8’000 Franken. Für Sole-Wasser-Wärmepumpen fallen die Beiträge meist höher aus und können zwischen 6’000 und 15’000 Franken liegen. Einige Kantone staffeln die Förderung nach der erreichten Jahresarbeitszahl, was hocheffiziente Systeme zusätzlich belohnt.

Besonders grosszügig sind die Förderungen oft, wenn Sie von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen. Hier wollen die Behörden den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen. Zusätzlich können Sie in vielen Fällen weitere Fördermittel beantragen, wenn Sie gleichzeitig andere energetische Sanierungsmassnahmen durchführen, etwa eine verbesserte Dämmung oder den Ersatz alter Fenster.

Die steuerliche Absetzbarkeit ist ein weiterer wichtiger Aspekt. In allen Kantonen können die Kosten für energetische Sanierungen, zu denen auch der Einbau einer Wärmepumpe zählt, von den Steuern abgezogen werden. Je nach Kanton und persönlicher Steuersituation kann dies eine erhebliche zusätzliche Entlastung bedeuten. Die absetzbaren Beträge sind unterschiedlich geregelt, in manchen Kantonen können Sie die gesamten Investitionskosten über mehrere Jahre verteilt abziehen.

Einige Gemeinden und Energieversorger bieten zusätzliche Zuschüsse an. Es lohnt sich daher, bei Ihrer Gemeinde und Ihrem lokalen Elektrizitätswerk nachzufragen, welche Programme verfügbar sind. Manchmal sind diese lokalen Förderungen weniger bekannt, können aber mehrere Tausend Franken zusätzlich bringen. Die Antragstellung für Fördergelder sollte in der Regel vor Beginn der Arbeiten erfolgen, nachträgliche Anträge werden meist nicht akzeptiert.

Wirtschaftlichkeit

Die wirtschaftliche Betrachtung einer Wärmepumpe geht über die reinen Anschaffungskosten hinaus. Eine Gesamtkostenrechnung über die gesamte Lebensdauer gibt ein realistischeres Bild. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Investitionskosten von 30’000 Franken und jährlichen Betriebskosten von 1’400 Franken ergeben sich über 20 Jahre Gesamtkosten von etwa 58’000 Franken. Hinzu kommen noch Wartungskosten von rund 200 Franken pro Jahr, also weitere 4’000 Franken, was eine Gesamtsumme von 62’000 Franken ergibt.

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet initial 50’000 Franken, hat aber nur jährliche Betriebskosten von 1’000 Franken, was über 20 Jahre 20’000 Franken ergibt. Mit Wartungskosten von 150 Franken pro Jahr, also 3’000 Franken über 20 Jahre, landen Sie bei Gesamtkosten von 73’000 Franken. Der Unterschied von 11’000 Franken erscheint zunächst beträchtlich, relativiert sich aber, wenn Sie die Fördergelder einbeziehen. Wenn die Sole-Wasser-Wärmepumpe 10’000 Franken mehr Förderung erhält als die Luft-Variante, reduziert sich der Unterschied auf nur noch 1’000 Franken.

Die Amortisationszeit ist die Zeit, die vergeht, bis sich die höhere Anfangsinvestition durch niedrigere Betriebskosten ausgezahlt hat. Bei einer Differenz von 20’000 Franken in den Anschaffungskosten und einer jährlichen Ersparnis von 400 Franken bei den Betriebskosten beträgt die Amortisationszeit 50 Jahre. Das klingt zunächst entmutigend, aber mit Fördergeldern kann sich dies dramatisch ändern. Wenn die Differenz der Anschaffungskosten durch höhere Förderung auf 10’000 Franken sinkt, verkürzt sich die Amortisationszeit auf 25 Jahre. Zudem müssen Sie berücksichtigen, dass Energiepreise tendenziell steigen, was die Ersparnis bei den Betriebskosten mit der Zeit erhöht.

Der Break-Even-Punkt ist der Zeitpunkt, an dem beide Systeme gleich viel gekostet haben. Danach wird die Sole-Wasser-Wärmepumpe mit jedem weiteren Jahr wirtschaftlicher. Wenn Sie vorhaben, langfristig in Ihrer Immobilie zu bleiben, spricht dies für die effizientere Lösung. Zudem steigert eine hochwertige, effiziente Heizungsanlage den Marktwert Ihrer Immobilie. Bei einem späteren Verkauf können Sie mit einem höheren Preis rechnen, da Käufer zunehmend Wert auf niedrige Energiekosten und Nachhaltigkeit legen.

Besonderheiten in verschiedenen Regionen der Schweiz

Mittelland

Das Schweizer Mittelland mit seinen gemässigten klimatischen Bedingungen bietet für beide Wärmepumpen-Typen gute Voraussetzungen. Die Wintertemperaturen fallen selten unter minus 10 Grad, was für Luft-Wasser-Wärmepumpen günstig ist. Sie arbeiten hier effizienter als in kälteren Regionen und erreichen oft Jahresarbeitszahlen um 3,5 oder höher. Die relativ milden Winter reduzieren die Betriebskosten und machen den Unterschied zur Sole-Wasser-Wärmepumpe kleiner.

Allerdings ist das Mittelland oft dicht besiedelt, und die Grundstücke sind eher kleiner. In städtischen und vorstädtischen Gebieten kann der Lärmschutz zum entscheidenden Thema werden. Die Nachbarn sind nah, und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann schnell zu Konflikten führen, besonders wenn sie ungünstig platziert ist. Eine sorgfältige Standortwahl und eventuell der Einsatz von Schallschutzmassnahmen sind hier besonders wichtig.

Bei kleineren Grundstücken im Mittelland bieten sich Erdsonden an, sofern keine Einschränkungen durch Gewässerschutzzonen bestehen. Die Böden im Mittelland sind oft lehmig und gut geeignet für Erdwärme. Die geologischen Verhältnisse sind meist gut erforscht, was die Planung von Erdsondenbohrungen erleichtert.

Bergregionen

In den Bergregionen zeigt sich die Überlegenheit der Sole-Wasser-Wärmepumpe besonders deutlich. Temperaturen von minus 15 Grad und kälter sind im Winter keine Seltenheit, und die Heizperiode ist deutlich länger als im Mittelland. Unter diesen Bedingungen kämpft eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit sinkender Effizienz, und die Betriebskosten steigen erheblich. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe hingegen arbeitet unbeeindruckt von den Aussentemperaturen mit konstant hoher Leistung.

Die geologischen Voraussetzungen für Erdsonden müssen allerdings sorgfältig geprüft werden. In Bergregionen kann das Gestein sehr hart sein, was die Bohrkosten in die Höhe treibt. Andererseits ist Felsgestein ein guter Wärmeleiter, was die Effizienz der Erdsonden verbessert. Eine geologische Voruntersuchung ist hier besonders wichtig, um böse Überraschungen bei den Bohrkosten zu vermeiden.

Die Grundstücke in Bergregionen sind oft grosszügiger, was sowohl für Erdkollektoren als auch für Erdsonden mehr Spielraum bietet. Allerdings können Hanglagen die Installation erschweren, und in Lawinenschutzgebieten oder anderen geologisch sensiblen Zonen gibt es möglicherweise Einschränkungen für Bohrungen.

Städtische Gebiete

In städtischen Gebieten dominieren oft Mehrfamilienhäuser und dicht bebaute Grundstücke. Hier ist Platzmangel die grösste Herausforderung. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen so platziert werden, dass sie die Nachbarn nicht stören, was in engen Hinterhöfen schwierig sein kann. Manchmal ist eine Dachaufstellung die Lösung, was aber zusätzliche statische Anforderungen mit sich bringt.

Der Lärmschutz ist in städtischen Gebieten besonders kritisch. Die Grundgeräusche mögen tagsüber hoch sein, aber nachts, wenn alles ruhig ist, kann selbst eine leise Wärmepumpe als störend empfunden werden. Lärmschutzhauben, spezielle Aufstellungen oder besonders leise Premium-Geräte sind hier oft erforderlich.

Grundwasserschutz spielt in urbanen Zonen eine wichtige Rolle. Viele Städte haben grosse Teile ihres Gebiets als Gewässerschutzzone ausgewiesen, um die Trinkwasserversorgung zu schützen. Erdsonden sind hier oft nicht möglich, was die Luft-Wasser-Wärmepumpe zur einzigen Wärmepumpen-Option macht. Manchmal sind aber auch Grundwasser-Wärmepumpen eine Alternative, falls ein geeigneter Grundwasserstrom vorhanden ist und die behördlichen Bewilligungen erteilt werden.